Wie funktioniert Mitbestimmung im Betrieb? Welche Rechte und Pflichten haben Auszubildende? Und welche Rolle spielen Gewerkschaften im Arbeitsleben? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich ca. 250 Schülerinnen und Schüler während der DGB-Aktionswoche „Demokratie und Mitbestimmung“ vom 5. bis 9. Oktober 2026.
In verschiedenen Workshops für Berufsschul-, aber auch Vollzeitklassen vermittelten die Referierenden Sebastian Cramer und Hannah Maria Bönning grundlegendes Wissen rund um die Arbeitswelt und zeigten auf, wie Demokratie und Mitbestimmung im beruflichen Alltag gelebt werden können.
Für Abwechslung und eine aktive Beteiligung sorgte das Quiz „Wer wird Super-Azubi?“. Auf spielerische Weise konnten die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen rund um die Ausbildung testen und vertiefen.
Weitere Schwerpunkte bildeten Tarifverträge, Gewerkschaften, Betriebsräte sowie die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV). Die Teilnehmenden erfuhren, welche Aufgaben diese Interessenvertretungen übernehmen und wie sie sich für die Anliegen von Beschäftigten und Auszubildenden einsetzen können.
Auch mögliche Interessenkonflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wurden thematisiert. Dabei ging es um unterschiedliche Interessen in der Arbeitswelt und um die Frage, wie diese ausgehandelt und durch gemeinsame Regeln sowie betriebliche Mitbestimmung gestaltet werden können.
Die Workshops boten den Lernenden die Gelegenheit, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die für ihren Einstieg ins Berufsleben und ihre berufliche Zukunft von großer Bedeutung sind. Sie konnten ihr Wissen erweitern, Fragen stellen und erkennen, welche Rechte und Möglichkeiten ihnen als Beschäftigten und Auszubildenden zur Verfügung stehen.
Gerade die Beschäftigung mit Gewerkschaften machte deutlich, dass viele grundlegende Fragen zur Interessenvertretung im Arbeitsleben noch offen waren. Die Aktionswoche schuf damit einen wichtigen Anlass, vorhandenes Wissen zu hinterfragen und zu erweitern, gab aber auch genügend Raum für Diskussionen zum Thema Gerechtigkeit und Chancengleichheit.
Die anschließende Evaluation über einen Online-Fragebogen zeigte, dass die Workshops bei den Lernenden gut ankamen. Besonders aufschlussreich war die Rückmeldung, dass viele Schülerinnen und Schüler festgestellt hatten, bislang nur wenig darüber zu wissen, was Gewerkschaften eigentlich sind und welche Aufgaben sie übernehmen.
Diese Erkenntnis unterstreicht die Bedeutung der Auseinandersetzung mit Arbeitnehmerrechten, Interessenvertretungen und demokratischen Entscheidungsprozessen in der beruflichen Bildung. Denn wer die eigenen Rechte kennt und die Möglichkeiten der Mitbestimmung versteht, kann die Arbeitswelt bewusster mitgestalten.
Die DGB-Aktionswoche am Mulvany Berufskolleg leistete somit einen wichtigen Beitrag dazu, Demokratie nicht nur als gesellschaftliches Prinzip, sondern auch als konkreten Bestandteil des Berufsalltags erfahrbar zu machen.
Ein herzliches Dankeschön an Sebastian Cramer und Hannah Maria Bönning für die gelungene Durchführung der Workshops!
Text und Fotos: Barbara Koßmann, Kulturcafé











