Im März durften wir die Projektteilnehmer*innen unserer Partnerschule Karsiyaka Lisesi aus Izmir zu ihrem Gegenbesuch bei uns willkommen heißen. Die Woche war geprägt von interkulturellem Austausch, spannenden Einblicken in Medienarbeit und vielen gemeinsamen Aktivitäten.
Anreise und erster Abend
Am Montag, den 16. März 2026, traf die türkische Gruppe am Nachmittag ein und wurde gegen 17 Uhr am Flughafen herzlich empfangen. Nach dem Check-in im Hotel in Herne ließen wir den ersten Abend gemeinsam ausklingen. Auf Wunsch der Gäste ging es in ein türkisches Restaurant – mit besonderem Interesse am „deutschen Döner“, der neugierig probiert wurde.
Projektstart und Workshop zum Faktencheck
Der Dienstag begann mit Icebreaker-Aktivitäten, um das Kennenlernen zu erleichtern und die Gruppendynamik zu stärken. Anschließend fand ein Workshop der Organisation Korrektiv statt, der sich intensiv mit dem Thema Faktencheck beschäftigte.
Dabei wurde bewusst nicht der Begriff „Fake News“ verwendet, sondern differenziert zwischen:
• Misinformation (Fehlinformation): unbeabsichtigt verbreitete falsche Informationen
• Disinformation (Desinformation): bewusst verbreitete falsche Informationen mit Täuschungsabsicht
• Conspiracy Theories (Verschwörungstheorien): Erklärungsmodelle, die komplexe Ereignisse auf geheime Absprachen zurückführen
Diese Unterscheidung ermöglicht einen differenzierteren Umgang mit Informationen und entspricht aktuellen journalistischen und wissenschaftlichen Standards.
Am Nachmittag führte uns eine Exkursion nach Münster, wo die Schüler*innen die Stadt im Rahmen einer Stadtrallye erkundeten.![]()
Politik und Industriekultur erleben
Am Mittwoch wurden wir im Rathaus der Stadt Herne empfangen. Nach einer Führung durch das Gebäude fand ein Austausch mit dem Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda statt, der spannende Einblicke in die kommunalpolitische Arbeit gab.
Am Nachmittag besuchten wir das Trainingsbergwerk in Recklinghausen. Dort erhielten die Teilnehmenden einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte des Ruhrgebiets und die Arbeitsbedingungen im Steinkohlebergbau.
Einblicke in Medienarbeit und kulturelle Erlebnisse
Der Donnerstag begann mit einer gemeinsamen Reflexion der bisherigen Erfahrungen. Anschließend besuchten wir Radio Bochum, wo wir erfuhren, wie journalistische Arbeit im Alltag funktioniert und wie Medien mit Falschinformationen umgehen. Besonders spannend war der Blick hinter die Kulissen eines Radiosenders.
Nach einem Aufenthalt in der Bochumer Innenstadt ging es weiter nach Essen, wo wir im Grillo-Theater das Stück „Istanbul“ besuchten – ein kultureller Höhepunkt der Woche.
Projektarbeit und schulischer Austausch
Am Freitag stand die gemeinsame Projektarbeit im Mittelpunkt. Die Schüler*innen fassten ihre Erkenntnisse aus den Projektwochen in der Türkei und in Deutschland zusammen und entwickelten ihren methodischen Ansatz weiter.
Anschließend präsentierten sie ihre Ergebnisse in verschiedenen Klassen, stellten das Projekt vor und nahmen am Unterricht teil. So wurde der Austausch auf die gesamte Schulgemeinschaft ausgeweitet.![]()
Abschluss in Köln
Am Samstag unternahmen wir eine Exkursion nach Köln. Bei einem Rundgang durch die Stadt begaben wir uns auf die Spuren der Geschichte der ehemaligen römischen Stadt Colonia und konnten weitere kulturelle Eindrücke sammeln.
Abreise
Am Sonntag endete die gemeinsame Woche mit einem Brunch, bevor es gemeinsam zum Flughafen ging. Der Abschied fiel allen Beteiligten sichtlich schwer – ein deutliches Zeichen dafür, wie intensiv und bereichernd die gemeinsame Zeit war.
Fazit
Der Gegenbesuch hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll internationale Begegnungen sind. Neben dem interkulturellen Austausch stand insbesondere die Auseinandersetzung mit Medienkompetenz im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden konnten ihr Verständnis für den Umgang mit Informationen deutlich vertiefen und lernten, wie wichtig es ist, Inhalte kritisch zu hinterfragen.
Gerade im Kontext der im Workshop behandelten Themen wurde deutlich, dass die Verbreitung von Desinformation zunehmend komplexer wird. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist es heute einfacher denn je, täuschend echte Bilder, Videos und Texte zu erstellen. Dadurch wird es immer schwieriger, die Echtheit von Inhalten zuverlässig zu überprüfen.
Umso wichtiger ist es, zwischen Fehlinformation, Desinformation und Verschwörungstheorien unterscheiden zu können und geeignete Strategien zur Überprüfung von Informationen anzuwenden. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse leisten hierzu einen wichtigen Beitrag und stärken die Fähigkeit der Projektteilnehmer*innen, sich sicher und reflektiert in der digitalen Welt zu bewegen.
Die Woche hat somit nicht nur neue Freundschaften entstehen lassen, sondern auch nachhaltige Kompetenzen vermittelt, die weit über das Projekt hinaus von Bedeutung sind.
Auf unserer Instagram-Seite wurde das Projekt umfangreich dokumentiert – mit Videos zu jedem Programmpunkt. Schau gerne einmal vorbei.
Unser herzlicher Dank gilt der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke, die das Projekt unterstützt hat, sowie der Europäischen Kommission, die das Projekt kofinanziert hat.
Für den Inhalt ist allein die Verfasserin/ der Verfasser verantwortlich; die Europäische Kommission übernimmt keine Haftung für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Informationen.
Bericht und Fotos: Ilka Günther und Fuat Güngör
Hinweis: Das Projekt wird von der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke unterstützt und von der Europäischen Kommission kofinanziert. Für den Inhalt ist allein die Verfasserin/der Verfasser verantwortlich; die Europäische Kommission übernimmt keine Haftung für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Informationen.











