Wie können wir Hasskommentaren im Internet begegnen, ohne selbst zur Zielschiebe oder beleidigend zu werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Wirtschaftsgymnasiums am gemeinsam mit dem Journalisten und Buchautor Said Rezek, um sich selbst im Netz und in der analogen Welt vor (rassistischer) Diskriminierung zu schützen und sich für andere einzusetzen.
Said Rezek erarbeitete mit den Teilnehmenden zunächst, welche Personengruppen besonders oft von Hate Speech und rassistischen Äußerungen in sozialen Netzwerken betroffen sind und welche Auswirkungen Hassbotschaften auf Betroffene und die Gesellschaft haben. Dabei machte er deutlich, dass Schweigen wie Zustimmung wirkt und digitale Zivilcourage daher heute wichtiger denn je ist und erstellte dazu gemeinsam mit den Lernenden eine Liste zum möglichen Umgang mit Hasskommentaren.
Im praktischen Teil des Workshops entwickelten die Teilnehmenden Strategien, um mit Counter Speech auf diskriminierende und menschenfeindliche Kommentare zu reagieren. Sie lernten, wie sachliche Argumente, Empathie und faktenbasierte Antworten dazu beitragen können, Hass im Netz entgegenzutreten, ohne die Eskalation weiter voranzutreiben. Anhand konkreter Beispiele analysierten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Online-Kommentare und erarbeiteten eigene Formulierungen für eine wirkungsvolle Gegenrede.
Der Workshop bot außerdem Gelegenheit, über die Verantwortung jedes Einzelnen in sozialen Medien zu diskutieren. Said Rezek, Autor des Buches „Bloggen gegen Rassismus“, ermutigte die Jugendlichen, sich aktiv für ein respektvolles Miteinander im digitalen Raum einzusetzen und demokratische Werte auch online sichtbar zu vertreten. Der Workshop zeigte eindrucksvoll, dass jede und jeder dazu beitragen kann, das Internet zu einem Ort des respektvollen Austauschs zu machen – ganz nach dem Motto: „Holen wir uns das Netz zurück!“
Im Rahmen des abschließenden Feedbacks lobten die Teilnehmenden neben dem inhaltlichen Input besonders den guten Austausch und die Interaktion. „Ich wünschte, der Workshop würde noch länger dauern!“, bemerkte eine Schülerin abschließend.
An unserer Schule möchten wir Lernende dabei unterstützen, sich für ein respektvolles Miteinander und gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen. Durch die verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen des Kulturcafés und die Beteiligung am bundesweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ setzen wir ein starkes Zeichen für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft. In dem intensiven sechsstündigen Workshop zum proaktiven Verhalten bei diskriminierender Hassrede in den sozialen Netzwerken haben wir diesem Anspruch am heutigen Tag wieder Ausdruck verliehen.
Dem Referenten Said Rezek und allen Teilnehmenden ein ganz herzliches Dankeschön für den gelungenen Workshop!
Ein besonderer Dank gilt auch dem Kommunalen Integrationszentrum Herne, das diese Veranstaltung finanziert und somit überhaupt erst möglich gemacht hat!
Text und Fotos: Barbara Koßmann, Kulturcafé











